Ihr Kinderfahrrad-Ratgeber
Alles was Sie über Kinderfahrräder wissen müssen

 
 

Radfahrtraining
Nur die Übung macht den Meister

PylonenWenn Ihr Kind die ersten Hürden des Radfahrens genommen hat, dann ist der Lernprozess natürlich noch nicht abgeschlossen. Vielmehr geht es nun darum, ganz bestimmte zentrale Situationen zu üben und zu verinnerlichen.

Hier finden Sie die wichtigsten Übungen, um Ihr Kind auf die sichere Teilnahme am Straßenverkehr vorzubereiten. Solche Übungen kann man in aller Ruhe auf verkehrsfreien Parkplätzen (zum Beispiel beim Supermarkt am Sonntag) auf Spielstraßen oder - wenn vorhanden - speziellen Fahrrad-Übungsplätzen von Jugendverkehrsschulen durchführen. Achten Sie dabei darauf, dass es Ihrem Kind Spaß macht. Am besten Sie machen selbst mit. Wir wissen ja alle, wir brauchen unseren Kindern nichts beizubringen, Sie machen uns einfach alles nach.

 

Auf- und Absteigen

Das Auf- und Absteigen sollte Ihr Kind ohne große Schlenker beherrschen. Um dies zu üben, malen Sie mit Kreide auf den Boden zwei Linien im Abstand von etwa einem Meter. Ihr Kind kann nun versuchen, zwischen diesen beiden Linien auf- und abzusteigen. Mit der Zeit verringern Sie dann den Abstand der Linien.

Auf einer geraden Linie fahren

Gerade am Anfang wird es für Ihr Kind noch recht schwierig sein, gleichmäßig geradeaus zu fahren. Dies wird immer dann zum Problem, wenn es zum Beispiel auf dem Gehweg unterwegs ist und Fußgänger entgegen kommen oder überholt werden sollen. Da hat man halt nicht mehr die gesamte Breite für sich. Um nun einen sauberen Geradeauslauf zu trainieren, malen Sie mit Kreide eine lange Linie auf den Boden. Ihr Kind soll nun versuchen, exakt auf dieser Linie zu fahren. Erst in seiner gewohnten Geschwindigkeit, dann immer langsamer und schließlich stehen bleiben. Die Fahrspur Ihres Kindes sollte dabei so wenig wie möglich von der Linie abweichen.

Hindernisse umfahren

Um das Lenken und somit einen sicheren Richtungswechsel zu üben, bauen Sie einen kleinen Slalom-Parcours (zum Beispiel mit Pylonen, Markierungshütchen oder auch Taschen, Rucksäcken, Stühlen, usw.) auf. Die einzelnen Gegenstände haben am Anfang einen großen Abstand. Wenn das Umfahren sicher klappt, dann verringern Sie den Abstand kontinuierlich.

Bremsen

Auch das richtige und vor allem zielgenaue Bremsen will gekonnt sein. Dies ist zum Beispiel dann wichtig, wenn Ihr Kind beim Überqueren einer Straße exakt an der Bordsteinkante anhalten soll. Malen Sie mit Kreide auf den Boden einen Linie. Ihr Kind fährt nun so schnell wie möglich auf diese Linie zu und soll möglichst genau davor anhalten. Trainieren Sie mit Ihrem Kind dabei gleichzeitig auch die Verwendung der Vorderrad- und der Rücktrittbremse - erst einzeln und dann beide zusammen.

Auf Zuruf reagieren

Wenn Sie mit Ihrem Kind unterwegs sind, dann werden mit Sicherheit Situationen auftreten, die Ihr Kind nicht alleine überschauen kann und es auf Ihre Hilfe bei einer Entscheidung angewiesen ist. Oder wenn Sie zum Beispiel Abbiegen und Ihrem Kind sagen, in welche Richtung es weitergeht, dann muss es diese Anweisungen schnell und sicher verstehen und umsetzen können.

Um nun dieses Reagieren auf Zuruf zu trainieren, stellen Sie drei Hindernisse (zum Beispiel Pylonen, Markierungshütchen oder auch Taschen, Rucksäcke, Stühle, usw.) nebeneinander im Abstand von zwei Metern auf. Ihr Kind fährt nun mit mäßiger Geschwindigkeit auf das mittlere Hindernis zu. Sie rufen ihm dann zu, wo es entlangfahren soll. Rechts oder links vorbei oder in der Mitte (rechts oder links neben dem mittleren Hindernis) durch. Verringern Sie bei dieser Übung von mal zu mal für Ihren Zuruf die Entfernung zwischen Ihrem Kind und den Hindernissen. Ziel ist es, dass Ihr Kind auch noch richtig reagiert, wenn Sie erst kurz vor den Hindernissen die Anweisung geben, wo es lang fahren soll.

Umschauen

Klar, Ihr Kind sollte beim Radfahren möglichst nicht herumalbern und immer in die Richtung schauen, in die es auch fährt. Sie werden aber nicht verhindern können, dass Ihr Kind sich unterwegs nach vorbeiziehenden Sachen umschaut. So ist es also besser, Sie üben dies. Wenn Ihr Kind später auf der Straße fährt, wird ihm dieses Wissen auch beim Abbiegen oder Überqueren einer Kreuzung helfen.

Zeichnen Sie wieder einen lange Linie mit Kreide auf den Boden. Sie stellen sich mit einem ausreichenden Abstand neben die Linie. Ihr Kind soll nun die Linie entlang fahren. Kommt es an Ihnen vorbei, dann soll es sich nach Ihnen umdrehen. Sie halten dabei entweder einen Arm oder beide Arme nach oben und Ihr Kind ruft Ihnen zu, ob Sie einen oder zwei Arme hochgehalten haben. So können Sie testen, ob Ihr Kind nur den Kopf gedreht hat, oder wirklich nach Ihnen geschaut hat.

Einhändig fahren und Spurwechsel anzeigen

Beide Hände an den Lenker und los geht's. Das ist für den Anfang okay. Aber Ihr Kind wird natürlich auch irgendwann (nicht vor dem 9. Lebensjahr!) auf der Straße fahren. Und nicht nur geradeaus. Das Abbiegen und der Spurwechsel sind sehr komplexe Situationen, bei denen sich Ihr Kind voll auf das umgebende Geschehen konzentrieren muss. "Handwerkliche" Fähigkeiten wie das Ausstrecken des Arms zur Anzeige der Richtung müssen dann ganz natürlich ohne Probleme funktionieren.

Beginnen Sie damit, dass Ihr Kind beim Fahren mit mäßiger Geschwindigkeit abwechselnd mal die linke und mal die rechte Hand vom Lenker nimmt. Ganz kurz. Mit der Zeit kann Ihr Kind die Dauer des Loslassens immer weiter verlängern. Wenn das dann sicher klappt, kann Ihr Kind die Hand wie bei einem Richtungswechsel zur Seite ausstrecken. Um diese Übung realistischer wirken zu lassen, können Sie mit Kreide auf den Boden eine Straße mit Kreuzungen malen.

Bild "In einer Reihe" von Marco Tedaldi, lizenziert unter CC BY-SA 2.0


comments powered by Disqus

Header image "I'll Take The Blue, No, Yellow, No, White, No, Pink, Yeah, PINK One" by Jackie, licensed under CC BY 2.0, saturated & cropped from original | Google+

questionable-ruler